Oder: Herr Wulff und die (wirklichen so schlimmen?) Fettnäpfchen.
Keine Sorge lieber Leser, ich werde jetzt nicht auch noch in die Bresche schlagen und mich über die Verfehlungen des amtierenden Bundespräsidenten auslassen. Auch möchte ich mich nicht an der Diskussion über einen eventuellen Rücktritts von Herr Wulff beteiligen.
Ebenso möchte ich nicht weiter auf Statements und Kommentare eingehen, die sich mit der vorliegenden Thematik befassen, ob Herr Wulff zur Zeit besonders heftigsten und übertriebenen Attacken unterliegt, ob es sich vielleicht um ein abgekartetes Spile handelt, wie es zum Beispiel hier
http://eurodemostuttgart.wordpress.com/2012/01/04/sind-das-die-satze-derentwegen-wulff-gehen-muss/
(duraus lesenswert und interessant) dargestellt wird oder ob er tatsächlich dem Amt des Bundespräsidenten und dem Ansehen der Bundesrepublik (wie es man es immer so schön formuliert liest und hört) so sehr geschadet hat, dass ein Rücktritt seinerseits unvermeidlich sei.
Vielemehr möchte ich Sie und auch mich generell fragen, ob es nicht vielleicht an der Zeit wäre darüber nachzudenken, den Deutschen an sich entscheiden zu lassen, wer ihn und seinen Staat vertreten sollte.
Bislang wählt ja die geheimnisvolle “Bundesversammlung” den Bundespräsidenten – eine zu gleichen Teilen aus den Mitgliedern des Bundestages und einer (repräsentativen?) Vertretung von Bürgern bestehenden, geheimnisvollen Instanz, deren Dasein und Kompetenz mir zuweilen noch ominöser, schwammiger und ferner liegt, als unser Parlament. Tatsache ist, dass es Kandidaten gibt, von denen ich (zumeist) nichts halte (in Bezug auf das zu bekleidende Amt unseres Staatsoberhauptes) und die jeweils von den verschiedenen politischen Lagern vorgeschlagen werden.
Als Staatsoberhaupt sollte derjenige gewählt werden, der die Mehrheit der Deutschen unter sich vereinigen kann – also der- oder diejenige, den oder die tatsächlich die meisten Deutschen als ihren obersten Vertreter / ihre oberste Vertreterin sehen wollen – völlig unabhängig von der eigenen politischen (Nicht)Gesinnung.
Also die direkte Wahl vom Volk – für mich persönlich die einzige offensichtliche Möglichkeit.
Auch und gerade, um eben dem Amt und der Person mehr Rückhalt und auch Gewicht zu verleihen.